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Pumpen

Mehrstufige oder einstufige Pumpe: was brauchen Sie?

Mehrstufige oder einstufige Pumpe? Erfahren Sie, wann Sie mehr Druck und wann mehr Wasser brauchen und wie Sie die richtige Pumpe für Haus und Hof wählen.

12-10-2026 6 Min. Lesezeit Ratgeber van Rabe

Sie haben zu wenig Druck am Wasserhahn, Sie müssen Wasser zu einer höher gelegenen Zapfstelle fördern, oder Ihre Pumpe muss durch eine lange Leitung arbeiten. Dann stellt sich schnell die Frage: Brauchen Sie eine mehrstufige Pumpe, oder reicht eine einstufige Pumpe aus? Die Antwort hängt nicht von der Leistung der Pumpe ab, sondern vom Verhältnis zwischen Druck und Wassermenge, das Sie benötigen.

Was ist eine mehrstufige Pumpe?

Eine mehrstufige Pumpe, auch Mehrstufenpumpe oder mehrstufige Kreiselpumpe genannt, ist eine Kreiselpumpe mit mehreren Laufrädern hintereinander auf derselben Welle. Jedes Laufrad, also jede Stufe, gibt dem Wasser einen zusätzlichen Schub. Das Wasser kommt mit dem Druck der ersten Stufe bei der zweiten an, und so weiter. Das Ergebnis: Der Druck steigt von Stufe zu Stufe, während die Fördermenge ungefähr gleich bleibt.

Eine einstufige Pumpe hat ein einziges Laufrad. Sie liefert bei gleicher Leistung meist mehr Wasser, aber bei einer geringeren Förderhöhe. Wie eine Kreiselpumpe grundsätzlich funktioniert, lesen Sie in unserem Artikel über die Funktion und Arten von Kreiselpumpen. Hier gehen wir näher auf die Wahl zwischen einer und mehreren Stufen ein.

Gleiche Leistung, eine völlig andere Pumpe

Der Unterschied wird erst richtig deutlich, wenn Sie zwei Pumpen mit gleicher Leistung nebeneinanderstellen. Nehmen Sie zwei DAB-Pumpen mit 0,37 kW an 230 Volt aus unserem Sortiment:

  • Die DAB KVCX 25/30 M vertikale Kreiselpumpe, 230 V ist eine mehrstufige Pumpe und liefert 0,6 bis 3,3 Kubikmeter pro Stunde, bei einer Förderhöhe, die von 32,1 auf 11,6 Meter sinkt.
  • Die DAB K 20/41 M, eine Kreiselpumpe mit einem Laufrad, liefert 1,8 bis 6 Kubikmeter pro Stunde, bei einer Förderhöhe von 20,3 bis 8,3 Meter.

Die mehrstufige Pumpe erreicht also gut die Hälfte mehr Förderhöhe, die einstufige Pumpe fördert dagegen fast doppelt so viel Wasser. Keine von beiden ist besser: Sie sind für unterschiedliche Aufgaben gebaut. Deshalb sagt die Leistung in Kilowatt so wenig aus. Achten Sie immer auf die Kombination aus Fördermenge und Förderhöhe.

Mehrstufige oder einstufige Pumpe: die Unterschiede im Überblick

EigenschaftMehrstufige PumpeEinstufige Pumpe
Anzahl LaufräderZwei oder mehr hintereinanderEins
Stark beiHohem Druck bei mäßiger FördermengeViel Wasser bei moderatem Druck
Typische AnwendungDruckerhöhung im Haus, höher gelegene Zapfstellen, lange LeitungenUmpumpen, Umwälzen, kurze Leitungen mit viel Volumen
AufstellungHorizontal oder vertikalMeist horizontal
AnsaugenMeist nicht selbstansaugend, es gibt selbstansaugende AusführungenNicht selbstansaugend, außer bei entsprechender Ausführung

Wann wählen Sie eine mehrstufige Pumpe?

Eine mehrstufige Pumpe ist die logische Wahl, sobald unterwegs viel Druck verloren geht oder am Ende viel Druck übrig bleiben muss. Zum Beispiel bei:

  • Druckerhöhung in einem Wohnhaus oder Betrieb mit zu niedrigem Netzdruck.
  • Einer Zapfstelle im Obergeschoss, etwa einem Badezimmer oder einer Küche oben.
  • Einem langen Leitungsnetz über den Hof, zu einer Scheune oder einem Stall weiter weg.
  • Einer Anlage, die auch bei vollem Verbrauch Druck halten muss. Die DAB EUROINOX 50/50 M hält bei einer vollen Fördermenge von 4,8 Kubikmetern pro Stunde noch 26 Meter Förderhöhe.

Mehr Stufen bedeuten mehr Druck, nicht mehr Wasser. Das zeigt die LEO LVS3-Reihe sehr schön: Die LVS3-13 mit dreizehn Stufen erreicht 80 Meter Förderhöhe bei kleiner Fördermenge, aber der Förderbereich bleibt der der ganzen Reihe, 1,2 bis 4,5 Kubikmeter pro Stunde.

Wann reicht eine einstufige Pumpe?

Brauchen Sie vor allem viel Wasser und wenig Förderhöhe, dann ist eine einstufige Pumpe einfacher und passt besser. Zum Beispiel beim Umpumpen von Wasser zwischen zwei Behältern, beim Umwälzen in einem geschlossenen System oder als Druckerhöher hinter einem Tank, der höher steht als die Pumpe. Eine mehrstufige Pumpe würde an einer solchen Stelle weit außerhalb ihres idealen Arbeitsbereichs laufen.

Beachten Sie aber: Auch bei einstufigen Pumpen gibt es eine große Spannweite. Die stärkeren Pumpen der DAB K-Serie erreichen ebenfalls beachtliche Förderhöhen, dann allerdings mit deutlich mehr Leistung und einem stärkeren elektrischen Anschluss.

Horizontal oder vertikal?

Bei mehrstufigen Pumpen haben Sie auch die Wahl der Aufstellung. Eine horizontale mehrstufige Pumpe, wie die DAB EUROINOX mit Pumpengehäuse aus Edelstahl oder die LEO ECH4-30, liegt flach und ist leicht zugänglich. Eine vertikale mehrstufige Pumpe, wie die DAB KVCX oder die Pedrollo MK, steht aufrecht und benötigt weniger Bodenfläche. Bei der KVCX liegen Saug- und Druckanschluss auf einer Seite, was den Einbau in einem engen Technikraum oder Pumpenkeller erleichtert. Stellen Sie die Pumpe immer so auf, wie der Hersteller es vorschreibt.

Worauf Sie bei einer mehrstufigen Pumpe achten

  1. Sorgen Sie für eine gefüllte Saugleitung. Die meisten mehrstufigen Pumpen saugen nicht selbst an. Setzen Sie ein Rückschlagventil oder Fußventil in die Saugleitung, damit sie gefüllt bleibt. Sehen Sie sich dazu unsere federbelasteten Rückschlagventile an. Muss die Pumpe dennoch über dem Wasser stehen, wählen Sie eine selbstansaugende mehrstufige Pumpe wie die LEO XCm, die bis zu 8 Meter ansaugen kann.
  2. Prüfen Sie die Druckstufe Ihrer Leitungen. Die stärkeren mehrstufigen Pumpen erreichen fast 7 bar: Die DAB EUROINOX 50/50 M kommt auf bis zu 68,5 Meter Förderhöhe. Bei den größeren Modellen empfiehlt die Produktinformation Leitungsmaterial, das mindestens 10 bar aushält.
  3. Nur sauberes Wasser. Die engen Spalte zwischen den Laufrädern vertragen keinen Sand und keine Fasern. Holen Sie Ihr Wasser aus einem Brunnen oder Graben, setzen Sie einen Filter davor.
  4. Niemals trocken laufen lassen. Trockenlauf beschädigt die Wellendichtung. Eine Steuerung mit Trockenlaufschutz verhindert das.
  5. Frostfrei aufstellen. Das gilt für jede Pumpe, aber bei einer mehrstufigen Pumpe mit vielen Stufen sind Schäden besonders teuer.

Steuerung: Ein und Aus nach Bedarf

Eine mehrstufige Pumpe zur Druckerhöhung arbeitet fast immer mit einer Steuerung zusammen, die die Pumpe einschaltet, sobald Sie einen Hahn öffnen, und ausschaltet, wenn nichts mehr entnommen wird. Das geht mit einem Druckschalter und Druckbehälter oder mit einer Flow-Control. In der Kollektion DAB Pumpensteuerung finden Sie die passenden Regelungen. Bei der Auswahl hilft Ihnen unser Artikel über das Einstellen eines Druckschalters.

So treffen Sie die Wahl

Bestimmen Sie zuerst Ihren Betriebspunkt: Wie viel Wasser brauchen Sie pro Stunde, und wie viel Förderhöhe muss bei dieser Fördermenge übrig bleiben? Rechnen Sie den Höhenunterschied und den Druckverlust in der Leitung hinzu. Legen Sie diesen Punkt dann auf die Kennlinie der Pumpe und rechnen Sie mit der Förderhöhe bei Ihrer Fördermenge, nicht mit der maximalen Förderhöhe. Sind Sie beim Betriebspunkt unsicher, dann hilft Ihnen die Rechenhilfe Bewässerungspumpe weiter.

Kurz zusammengefasst: Brauchen Sie eine mäßige Fördermenge und muss viel Druck übrig bleiben, nehmen Sie eine Pumpe aus der Kollektion DAB mehrstufige Pumpen oder eine der anderen mehrstufigen Kreiselpumpen von LEO und Pedrollo. Brauchen Sie vor allem viel Wasser bei wenig Förderhöhe, dann ist eine einstufige Pumpe die bessere Wahl. Sind Sie unsicher, welche Pumpe zu Ihrer Situation passt, wenden Sie sich gerne an Rabe Trading. Wir beraten Sie gerne.