Wartung
Dürfen Sie noch mulchen? So sind die Regeln wirklich
Mulchen verboten? Auf der eigenen Fläche nicht. Was ökologische Pflegekonzepte vorschreiben, was der Artenschutz verlangt und wie Sie sauber mulchen.
Wer einen Schlegelmulcher sucht, stößt früher oder später auf die Frage, ob man damit überhaupt noch arbeiten darf. In Foren, in der Zeitung und im Gespräch beim Händler taucht sie auf: Mulchen sei nicht mehr erlaubt. Das stimmt so nicht, und trotzdem steckt etwas dahinter. Nachfolgend lesen Sie, woher die Geschichte kommt, was tatsächlich in den Regeln steht und wie Sie Weide und Wegrand mit gutem Gewissen pflegen.
Warum heißt es, ein Schlegelmulcher sei nicht mehr erlaubt?
Der Ursprung liegt in der ökologischen Grünlandpflege. Wird das Mähgut zerkleinert und liegen gelassen, bleiben die Nährstoffe auf der Fläche. Kräftige Gräser, Brennnessel und Distel bekommen dadurch einen Vorteil gegenüber den Kräutern, die auf magere Böden angewiesen sind. Aus diesem Grund schreiben immer mehr öffentliche Auftraggeber für ihre Wegränder Mähen mit Abfuhr vor statt Mulchen. In den Niederlanden ist das im Gütezeichen Kleurkeur festgelegt, in Deutschland regeln Kommunen, Straßenbaulastträger und Naturschutzbehörden das jeweils in ihren eigenen Pflegekonzepten und Ausschreibungen.
Das sind Vorgaben für Auftragsarbeiten im öffentlichen Grün, kein Verbot der Maschine. Auf Ihrer eigenen Weide, Koppel, Obstwiese oder Hoffläche steht davon nichts im Gesetz.
Mulchen oder mähen und abfahren: wo liegt der Unterschied?
Ein Schlegelmulcher schlägt den Aufwuchs ab und zerkleinert ihn sofort. Das Mähgut bleibt fein verteilt liegen und verrottet dort, wo es gewachsen ist. Genau das wollen Sie auf einer verwilderten Fläche oder an einem Ackerrand, denn Sie müssen nichts abfahren und die Fläche ist in einem Arbeitsgang wieder sauber.
Beim Mähen mit Abfuhr passiert das Gegenteil: der Aufwuchs wird abgeschnitten, bleibt zum Trocknen liegen und wird anschließend abgefahren. Damit entziehen Sie der Fläche Nährstoffe. Dieses Aushagern ist der Grund, warum blütenreiche Wegränder auf diese Weise gepflegt werden.
Für eine Weide, die Sie in Produktion halten, spielt der Unterschied eine deutlich kleinere Rolle. Dort geht es um eine gleichmäßige Fläche ohne Geilstellen, ohne Aufwuchs und ohne Unkraut, das aussamt. Das ist klassische Mulcharbeit.
Was das Gesetz von Ihnen verlangt
Ein Mulchverbot gibt es nicht, wohl aber Pflichten aus dem Artenschutz. Übertragen auf die Maschine heißt das Folgendes.
- Schauen Sie nach, bevor Sie mähen. Ein brütender Vogel, ein Gelege oder Jungtiere im Gras sind geschützt, auch auf Ihrer eigenen Fläche. Gehen Sie die Fläche ab, vor allem die Ränder und die ruderalen Stellen.
- Gehölze haben eine feste Schonzeit. Hecken, lebende Zäune und Gebüsche dürfen nach Paragraf 39 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben möglich.
- Für die Mahd selbst gibt es keine bundesweit festgelegte Sperrzeit. Maßgeblich ist, ob auf der Fläche tatsächlich gebrütet wird oder Jungtiere vorhanden sind.
- Wiesenbrüter verlangen zusätzliche Aufmerksamkeit. Wer Flächen bewirtschaftet, auf denen Kiebitz, Uferschnepfe oder Rotschenkel brüten, berücksichtigt das bei Mahd, Düngung und Bodenbearbeitung.
Für Flächen mit besonderem Status, etwa Randstreifen an Gewässern, Vertragsnaturschutz oder Flächen in einem Schutzgebiet, fragen Sie am besten bei der unteren Naturschutzbehörde nach. An solchen Vereinbarungen können Auflagen hängen, die Mulchen ausschließen.
So mulchen Sie ohne unnötigen Schaden
Unabhängig von den Vorschriften lässt sich mit ein paar Gewohnheiten viel gewinnen, und Zeit kosten sie nicht.
- Mähen Sie nicht zu kurz. Stellen Sie die Stützwalze so ein, dass etwa 8 bis 10 cm stehen bleiben. Es bleibt Deckung erhalten, die Narbe erholt sich schneller und Sie schaufeln keine Erde mit, was die Schlegel deutlich schont.
- Fahren Sie von innen nach außen. Oder beginnen Sie an einer Seite und arbeiten Sie zur anderen Seite hin, damit Tiere die Fläche verlassen können statt auf einer immer kleineren Insel zu landen.
- Mähen Sie in Etappen. Lassen Sie an ruderalen Rändern einen Streifen bis zum nächsten Durchgang stehen. Das ist genau das, was ökologische Pflegekonzepte vorsehen, und auf dem eigenen Hof funktioniert es ebenso.
- Mähen Sie tagsüber. In der Dämmerung sind Rehe, Hasen und Igel unterwegs und Sie sehen sie nicht kommen.
- Wählen Sie den Zeitpunkt. Warten Sie bei verwilderten Stellen die Blüte ab, dann konnte die Vegetation aussamen und Sie mulchen anschließend trotzdem alles in einem Zug weg.
Wann ein Schlegelmulcher schlicht das richtige Gerät ist
Für eine verwilderte Fläche, für Aufwuchs, dem ein Kreiselmäher nicht gewachsen ist, und für Schnittgut, das auf der Fläche liegt, gibt es wenig, was die Arbeit eines Schlegelmulchers übernimmt. Auch auf Koppeln, entlang von Zäunen, an Hofrändern und in der Obstwiese ist Zerkleinern und Liegenlassen der schnellste Weg zu einer sauberen Fläche. Die Schlegelmulcher für den Heckanbau reichen von 95 bis 250 cm Arbeitsbreite, und welche Größe zu Ihrem Traktor passt, steht in welcher Schlegelmulcher zu Ihrem Traktor passt.
Arbeiten Sie an Grabenrändern, Böschungen oder unter Zäunen hindurch, erreichen Sie mit einem Auslegemulcher mit Arm Stellen, an die Sie mit dem Traktor nicht kommen, und für Hecken und hohe Böschungen gibt es den Auslegearm für Hecke und Wegrand.
Und wenn Sie mähen und abfahren möchten?
Wollen Sie aushagern oder das Gras als Futter nutzen, schneiden Sie es ab, statt es zu zerschlagen. Das übernimmt ein Kreiselmäher, der Aufwuchs bleibt dabei im Schwad liegen und trocknet. Dafür stehen im Sortiment die Weidemäher und Kreiselmäher für Traktoren ab 20 PS. Für das Abfahren selbst brauchen Sie zusätzlich einen Rechen und einen Wagen, und genau deshalb ist diese Methode aufwendiger als Mulchen. Was es sonst noch neben dem Schlegelmulcher gibt, steht in was ist die Alternative zum Schlegelmulcher.
Kurz zusammengefasst
Mulchen ist nicht verboten. Es ist in ökologischen Pflegekonzepten für öffentliche Wegränder häufig ausgeschlossen, und das betrifft Flächen, die im Auftrag gepflegt werden. Für Ihre eigene Fläche gelten die Regeln des Artenschutzes: schauen Sie nach, bevor Sie mähen, achten Sie auf brütende Vögel und Jungtiere, halten Sie die Schonzeit für Gehölze ein und mähen Sie nicht kürzer als nötig. Wer sich daran hält, kann den Schlegelmulcher oder einen anderen Mäher mit gutem Gewissen an den Traktor hängen.