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Fliegenbekämpfung beim Rindvieh: Was wirkt im Sommer?
Fliegen im Stall beeinträchtigen die Gesundheit und Milchproduktion Ihrer Rinder. Lesen Sie, welche Methoden bei der Fliegenbekämpfung am effektivsten sind.
Fliegen im Stall: mehr als nur ein Ärgernis
Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, nimmt der Fliegendruck in Ställen schnell zu. Stallmücken und Stubenfliegen sind nicht nur lästig für den Tierhalter: Sie stellen auch eine ernsthafte Bedrohung für das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihrer Rinder dar. Kühe, die wegen beißender Stallmücken ständig stampfen und schütteln, fressen weniger, ruhen schlechter und geben weniger Milch. Eine gezielte Bekämpfung lohnt sich daher in jedem Fall.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Methoden zur Verfügung stehen, wie Sie diese am besten kombinieren und worauf Sie bei der Wahl von Mitteln für das Tier achten müssen.
Welche Fliegen gibt es und warum sind sie schädlich?
Es ist hilfreich, zwischen den beiden häufigsten Arten auf Rinderbetrieben zu unterscheiden.
Die Stallmücke (Stomoxys calcitrans)
Die Stallmücke beißt aktiv und saugt Blut, sowohl bei Kühen als auch bei Menschen. Sie verursachen Schmerzen und Stress, und die Kühe reagieren darauf mit vermehrtem Stampfen, Schütteln und Laufen. Dies kostet Energie und geht auf Kosten von Wachstum und Milchproduktion. Stallmücken brüten bevorzugt in feuchtem, organischem Material: ein Gemisch aus Stroh und Mist ist ihr idealer Brutplatz.
Die Stubenfliege (Musca domestica)
Die Stubenfliege beißt nicht, ist aber dennoch schädlich. Sie kriecht an Augen, Nase, Maul und Euter des Tieres und verbreitet dabei Bakterien. Euterentzündungen können so von Tier zu Tier übertragen werden. Wer den Fliegendruck reduziert, arbeitet auch an einer besseren Euterhygiene. Schauen Sie sich dazu auch das Sortiment für die Euterpflege beim Rindvieh an.
Schritt 1: Hygiene als Grundlage jeder Bekämpfung
Die nachhaltigste Maßnahme ist die Beseitigung von Brutstätten. Fliegen vermehren sich rasend schnell in warmem, feuchtem organischem Material. Wer die Stallumgebung sauber hält, verringert automatisch das Risiko einer unkontrollierten Fliegenpopulation.
- Entfernen Sie Mist so regelmäßig wie möglich, besonders bei warmem Wetter. Trockener Mist ist ein weniger attraktiver Brutplatz als feuchte, gärende Reste.
- Halten Sie nasse Stellen in den Boxen durch gute Belüftung und ausreichend Einstreu trocken.
- Lagern Sie Kraft- und Mischfutter trocken und verschlossen. Futter, das feucht wird, zieht schnell Fliegen an.
- Reinigen Sie Tränken und Futtertröge regelmäßig. Eine saubere Tränke reduziert nicht nur den Fliegendruck, sondern fördert auch die Futteraufnahme des Viehs. Im Sortiment für Futter und Tränken im Stall finden Sie passende Optionen für Ihren Betrieb.
Schritt 2: Mechanische und physikalische Bekämpfung
Selbst bei guter Stallhygiene können Fliegen von außen eindringen. Mechanische Methoden helfen, die Population auf einem beherrschbaren Niveau zu halten, ohne den Einsatz chemischer Mittel.
Klebestreifen und Fliegenfallen
Klebestreifen sind preiswert, einfach in der Anwendung und effektiv gegen Stubenfliegen. Hängen Sie sie hoch genug, damit das Vieh nicht daran kommt, und ersetzen Sie sie, sobald sie voll oder ausgetrocknet sind. Für größere Ställe sind elektrische Fliegenfallen mit UV-Licht eine bessere Alternative: Sie locken Fliegen aktiv an und arbeiten durchgehend, auch nachts.
Fliegenvorhänge bei Stalltüren
Lamellenstreifen oder Fliegenvorhänge an Eingängen reduzieren den Einflug von außen erheblich. Sie sind auch beim Eingang des Melkstalls oder bei Futterlagern, die an den Stall grenzen, sinnvoll.
Schlupfwespen als biologische Bekämpfer
Schlupfwespen (z. B. Spalangia oder Muscidifurax) parasitieren Fliegenpuppen, bevor diese ausschlüpfen. Sie sind für Menschen, Tiere und die Umwelt vollkommen unbedenklich. Bringen Sie sie bevorzugt wöchentlich an den Stellen aus, an denen Fliegen am häufigsten brüten, etwa in der Miststätte oder im Einstreubereich. Biologische Bekämpfung funktioniert am besten als Ergänzung zu den übrigen Maßnahmen.
Schritt 3: Mittel für das Tier
Bleibt der Fliegendruck trotz Hygiene und mechanischer Maßnahmen hoch, sind Mittel, die direkt auf das Tier aufgebracht werden, eine sinnvolle Ergänzung. Es stehen verschiedene Anwendungsformen zur Verfügung:
- Fliegenspray: direkt auf das Fell gesprüht, wirksam als Kurzfristschutz. Muss regelmäßig wiederholt werden.
- Pour-on: entlang der Rückenlinie aufgetragen und über die Haut verteilt. Einfach bei einer größeren Herde anzuwenden.
- Rückenstreicher oder Streichseil: hängt im Laufgang auf Schulterhöhe und überträgt den Wirkstoff bei jedem Durchgang der Kuh. So erreichen Sie automatisch die gesamte Herde, ohne jedes Tier einzeln zu behandeln.
- Ohrbänder: bieten individuellen Langzeitschutz und sind praktisch bei Tieren, die schwer zu behandeln sind.
Achten Sie bei der Wahl der Mittel stets auf die geltenden Wartezeiten für Milch und Fleisch. Diese sind je Produkt gesetzlich festgelegt und auf der Verpackung angegeben. Ziehen Sie bei Unklarheiten Ihren Tierarzt oder Fütterungsberater hinzu, und prüfen Sie stets die Angaben des von Ihnen verwendeten Produkts.
Auch auf der Weide: Außenbekämpfung
Fliegen folgen dem Vieh nach draußen. Beachten Sie, dass auch auf der Weide Maßnahmen möglich sind, etwa der Einsatz von Fliegenspray vor dem Ausschaffen oder das Aufstellen von Fallen in der Nähe der Tränke. In der Kategorie Weide und Schädlinge finden Sie Mittel, die auch im Außenbereich eingesetzt werden können.
Methoden kombinieren für das beste Ergebnis
Keine einzelne Maßnahme funktioniert als alleinige Lösung optimal. Die effektivste Strategie kombiniert Stallhygiene, mechanische Bekämpfung, gegebenenfalls biologischen Einsatz und bei Bedarf Mittel für das Tier. Beginnen Sie vorzugsweise früh in der Saison, bereits im April oder Mai, damit die Population keine Chance hat, in den wärmsten Sommerwochen explosionsartig zu wachsen.
Halten Sie außerdem fest, welche Methoden auf Ihrem Betrieb die besten Ergebnisse liefern. Jeder Betrieb ist anders: Stallbelegung, Belüftung, Lage und Klima spielen alle eine Rolle bei dem Fliegendruck, den Sie erleben.
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