Pumpen
Tauchpumpe auswählen: Klarwasser, Schmutzwasser oder Brunnen?
Welche Tauchpumpe passt zu Ihrer Situation? Über Korngröße, Förderhöhe, automatisches Schalten und Trockenlaufschutz.
Eine Tauchpumpe hängt im Wasser statt daneben. Das klingt nach einem Detail, entscheidet aber fast alles: Die Pumpe muss nicht ansaugen, sie wird vom umgebenden Wasser gekühlt, und sie holt Wasser aus einer Tiefe, an die eine Pumpe am Rand nicht herankommt. Danach bleiben zwei Fragen. Was muss durch die Pumpe hindurch, und wie hoch muss das Wasser nach oben?
Was eine Tauchpumpe von einer Pumpe am Rand unterscheidet
Eine Pumpe, die neben dem Brunnen steht, muss das Wasser zu sich heranziehen. Dafür gibt es eine physikalische Grenze. In der Praxis sind etwa 8 Meter Saughöhe das Maximum, und es wird weniger, sobald die Saugleitung lang ist oder viele Bögen hat. Eine Tauchpumpe kennt dieses Problem nicht, denn sie saugt nicht, sie drückt. Sie steht bereits unter Wasser und muss nur noch nach oben fördern.
Dazu gehört allerdings eine harte Regel: Eine Tauchpumpe muss nass bleiben. Das Wasser, das sie fördert, kühlt gleichzeitig den Motor. Sinkt der Wasserstand unter die Pumpe, läuft sie trocken, und das übersteht kein Motor lange. Ein Schwimmerschalter oder ein eingebauter Trockenlaufschutz ist deshalb kein Extra, sondern Teil der Installation.
Klarwasser, Schmutzwasser oder ein gebohrter Brunnen
Die erste Frage ist nicht die Marke, sondern was durch die Pumpe hindurchgeht. Jede Tauchpumpe hat eine maximale Korngröße: die größten Teilchen, die sie ohne Schaden durchlassen kann.
- Klarwasser: Regenwasser, Leitungswasser oder klares Brunnenwasser, das schon gefiltert ist. Diese Pumpen lassen meist Teilchen bis etwa 5 mm durch.
- Schmutzwasser: Wasser mit Sand, Laub oder Schlamm, zum Beispiel aus einem Keller, einer Baugrube oder einem Graben. Eine Schmutzwasserpumpe lässt gröbere Teile durch, oft bis 25 oder 35 mm.
- Ein gebohrter Brunnen: Hier entscheidet nicht die Korngröße, sondern der Durchmesser des Brunnens. Eine Brunnenpumpe ist schlank gebaut, damit sie in einen Brunnen von 4 oder 5 Zoll passt.
Eine Klarwasserpumpe in schmutziges Wasser zu setzen ist der schnellste Weg, sie zu ruinieren. Umgekehrt geht es, aber dann bezahlen Sie für einen Durchlass, den Sie nicht nutzen.
Förderhöhe und Fördermenge gehören zusammen
Auf der Verpackung stehen zwei Werte, die nie zusammen auftreten: die maximale Förderhöhe und die maximale Fördermenge. Die maximale Höhe erreicht die Pumpe, wenn kein Wasser durchfließt, und die maximale Menge, wenn es keinen Gegendruck gibt. In der Realität liegen Sie irgendwo dazwischen, und diesen Punkt lesen Sie in der Pumpenkennlinie ab.
Rechnen Sie die Höhe bis dorthin, wo das Wasser hin muss, addieren Sie den Widerstand von Leitung und Bögen, und vergessen Sie den Betriebsdruck nicht, den Sie am Ende brauchen. Ein bar an der Zapfstelle entspricht etwa 10 Meter Förderhöhe. Ein Regner, der mit 3 bar arbeiten soll, verlangt allein dafür rund 30 Meter von der Pumpe, zusätzlich zur überbrückten Höhe.
Automatisch schalten: drei Möglichkeiten
- Schwimmerschalter: schaltet nach Wasserstand. Genau das wollen Sie beim Leerpumpen, etwa eines Kellers oder einer Baugrube.
- Druckschalter mit Membrangefäß: schaltet nach Wasserdruck. Passend, wenn die Pumpe eine Zapfstelle oder eine Bewässerung versorgt. Hier lesen Sie, wie Sie den Druckschalter einstellen und wozu das Membrangefäß dient.
- Eingebauter Druck- und Flowsensor: Die Pumpe regelt sich selbst und startet, sobald Sie einen Hahn öffnen. Damit ersetzt sie in vielen Fällen ein komplettes Hauswasserwerk, ohne separaten Behälter.
So bestimmen Sie die benötigte Fördermenge
Gehen Sie von dem aus, was gleichzeitig offen ist, nicht von der größten Einzelstelle. Für die Bewässerung addieren Sie die Durchflüsse der Regner, die zusammen laufen. Im Artikel wie viele Regner passen an meine Bewässerungspumpe steht eine Rechenhilfe, in der Sie Ihren eigenen Regner wählen und sofort sehen, wie viele zusammen laufen können.
Für den Haushalt rechnen Sie mit Zapfstellen. Ein Hahn verlangt grob 0,6 bis 0,8 m³ pro Stunde, eine Regendusche mehr. Zwei Zapfstellen gleichzeitig ist für ein Einfamilienhaus ein realistischer Ausgangspunkt.
Was Sie zusätzlich brauchen
- Druckleitung in einer Größe, die nicht abschnürt. Zu dünn kostet Druck, und diesen Druck bekommen Sie nicht zurück.
- Rückschlagventil, damit die Leitung nicht zurückläuft, wenn die Pumpe stoppt. Sehen Sie sich die Rückschlagventile an.
- Sicherungsseil, das das Gewicht trägt. Hängen Sie eine Pumpe nie am Stromkabel oder allein an der Druckleitung auf.
- Ausreichende Kabellänge. Ein Verlängerungskabel in einem Brunnen oder Keller ist ein Risiko.
Vier Fehler, die wir oft sehen
- Die Pumpe auf dem Boden stehen lassen. Dann saugt sie Sand und Schlamm an. Hängen Sie sie frei auf, meist mindestens einen halben Meter über dem Boden.
- Mit dem Maximum von der Verpackung rechnen. Dieser Wert gilt bei null Gegendruck und wird in einer echten Installation nie erreicht.
- Kein Trockenlaufschutz. Ein trockener Sommer mit sinkendem Wasserstand genügt.
- Ein zu dünner Schlauch an einer starken Pumpe. Die Pumpe kann es, die Leitung nicht, und dann bleibt trotzdem zu wenig Druck übrig.
Sie schwanken zwischen einer Tauchpumpe und einer Aufstellung am Rand? Sehen Sie sich dann die Tauchpumpen neben den Bewässerungspumpen an, oder lesen Sie, warum eine Pumpe nicht ansaugt, bevor Sie sich für eine Pumpe am Rand entscheiden.